9 Tipps für Deine nächsten Online-Kurse

Online-Kurse machen mir persönlich großen Spaß. Meistens. Es kommt darauf an, wie der Kurs aufgebaut ist, ob ich der vortragenden Person gut folgen kann, mein Internet mitspielt und das absolut wichtigste: in welchem Mindset ich zum Kurs erscheine. Nach drölfunsiebzig online stattfindenden Dingen wünsche ich mir natürlich auch wieder Präsenztermine – bis das wieder möglich ist, möchte ich Online-Angebote aber so gut es geht nutzen. Deswegen habe ich getestet, wie ich am besten und mit Freude teilnehmen kann.

Bei der Auswahl eines Kurses sind wir uns vermutlich einig: eine Online-Stunde muss nicht perfekt inszeniert sein, mit viel Technik und einem aufwändig gebauten Set –  der Inhalt muss stimmen. Die Trainer:innen können aber auch nicht die gesamte Arbeit machen. Ich muss selbst auch ein bisschen Energie aufbringen und nicht „nur“ als passive Teilnehmerin im Kurs dabei sein, damit am Ende etwas davon bei mir hängen bleibt. Dabei meine ich nicht zwingend Wortmeldungen oder die Teilnahme an Diskussionen, sondern das Erleben des Kurses.

 

1. Der Weg zum Online-Kurs

Nach der Arbeit kann ich einfach die offenen Tabs schließen, zoom öffnen – und zack bin ich im Kurs. Dabei fehlt mir persönlich aber der Perspektivenwechsel. Der Weg zur Uni oder Arbeit lüftet den Kopf und setzt die richtige Stimmung. Deswegen wechsle ich im Homeoffice mindestens den Platz,  vom Schreibtisch weg zum Fenster zum Beispiel. Ja, dafür war ein bisschen Auf- und Umbau nötig, aber der Switch hat meiner Konzentration viel gebracht. Für mehr gute Gründe und kreative Ideen für designierte Orte in Deinem Homeoffice empfehle ich Dir das Video „Lockdown Productivity” von CPG Grey. 

Mit ein bisschen Fantasie kann aus Alltagsgegenständen schnell ein temporärer Arbeitsplatz gebaut werden. 😉

 

2. Zeit für den Online-Kurs festlegen

Bei Kursen on-demand kann Dir der innere Schweinehund schnell in die Quere kommen. Lernen wann-immer-ich-möchte klingt traumhaft – aber wenn ich mir die Zeit nicht nehme und einen Termin im Kalender dafür blocke, mache ich es nicht. Die ersten zwei Lektionen haben eine gute Chance erledigt zu werden, weil ich dann noch überdurchschnittlich motiviert bin – aber mehr auch nicht. Falls es Dir auch so geht, hier mein Trick dafür: für jede Lektion die ich machen möchte, kommt ein extra Eintrag in meinen Kalender. Das klingt sehr banal, aber Montag abends widme ich mich aktuell nur deshalb eine Stunde lang dem Kurs „The Science of Well-Being”, weil ich die Entscheidung dazu im Vorfeld getroffen und Zeit dafür fest verplant habe. Auch wenn noch unbekannte Abenteuer von Rick & Morty oder ein ungelesenes  Buch meinen Namen ganz schön laut rufen, kann ich mich nach dem Plan richten. Ein Kalendereintrag ist natürlich kein magischer Fix, es kann aber funktionieren sich selbst und die innere Schweinehündin damit auszutricksen.

 

 

3. Organisiere Deine Kurs-Materialien

Ich bin eindeutig Teil des Teams „kreatives Chaos!”. Wer vor zwei Jahren an meinem Arbeitsplatz vorbei gelaufen ist, hat direkt gesehen: diese Frau macht gerne Notizen. Auf Zetteln jeder Größe und Farbe. Dieser Zettelstapel hatte zwar alle Informationen die ich brauchen könnte, aber übersichtlich oder praktisch war das nicht. Zum Glück bin ich inzwischen auf ein Notizbuch umgestiegen. Diese Strategie muss ich aber auch bei meinen Kursen anwenden, da ich mir die Inhalte sonst nicht merken bzw. wiederfinden kann. Digital geht das natürlich auch, bei unseren Komplizen netzstrategen wird alles Wissen zum Beispiel mit notion organisiert. Ich nutze für meine privaten Kurse am liebsten Bear.

 


notion übersicht alle komplizen screenshot
Wir nutzen notion um wichtiges internes Wissen zu managen

 

4. Die 20 Sekunden Regel für die Teilnahme am Kurs

Dieser Punkt ist schnell (aber nicht in 20 Sekunden) erklärt: Habe alles für den Kurs und das Lernen parat. Wenn es kürzer als 20 Sekunden dauert um zu starten, fällt das Anfangen leichter. Sei es der Link als Bookmark, den Kurs als extra Tab oder die E-Mail mit dem Zoom-link bereits geöffnet – je kleiner die Hürde ist, umso wahrscheinlicher nimmst Du sie auch dann, wenn Du eigentlich keine Lust hast. Dieser Trick hilft auch bei anderen Sachen, für die man sich manchmal nicht motivieren kann. Seit ich meine Ukulele nicht mehr sicher in einer Tasche verstaut sondern gut sichtbar auf dem Kamin liegen habe, übe ich viel häufiger. (Sorry an alle lesenden Musiker:innen, ich weiß dass das dem Instrument nicht gut tut – aber so funktioniert es für mich.)

 

 

5. Die passende Hardware zum Lernen

Zähneknirschend habe ich meine alte second-hand Tastatur und Maus gegen bessere Versionen ausgetauscht. Ich tausche eigentlich nicht gerne Dinge aus, die eigentlich noch funktionieren. Beides ist aber inzwischen in die Jahre gekommen und die Nutzung macht keinen Spaß mehr. Ein paar Tasten klemmen gerne mal und das laute Geklacker nervt nach ein paar Minuten Schreiben auch. Wenn ich dann noch müde bin und nicht zu sehr für einen Kurs motiviert, motiviert das nicht besonders. So geht es mir auch mit Notizbüchern und Stiften: es hilft nichts, wenn man immer Tinte an den Fingern hat oder sie durch die sehr dünnen Papierseiten durchsickert. Wenn Dich das Material schon nervt UND die innere Schweinehündin gegen Dich antritt – puh wer hat da ne Chance sich freiwillig aufzuraffen? Ich zumindest nicht.

Die Materialien müssen natürlich nicht neu oder besonders sein, sondern einfach gut zu Dir passen.

 

6. Spazieren gehen hilft

Ein Spaziergang ist für vieles gut: frische Luft schnappen, Bewegung in den Alltag einbauen und um Gelerntes zu verarbeiten. Nach drölf Tausend Spaziergängen im letzten Jahr verging auch mir irgendwann der Spaß daran. Um den Kopf umzuschalten und die Informationen wirklich zu verarbeiten möchte ich aber leider trotzdem nicht darauf verzichten. Deswegen baue ich sie nun doch in meinen Alltag, zum Beispiel die Mittagspause, ein. Ich gebe aber zu, dass ich mich des Öfteren mit einem Podcast oder Hörbuch dazu bestechen muss. Da triumphiert die Liebe zu Audio-Formaten Zum Glück über meine Faulheit.


Schlachthof Karlsruhe Sonnenuntergang Parkplatz Blogpost Online Kurse
Momentaufnahme vor einem Spaziergang auf dem schönen Alten Schlachthof Gelände in Karlsruhe

 

7. Zu viel Auswahl überfordert (mich)

Durch Anbieter wie Skillshare und Coursera gibt es eine überwältigende Anzahl an Kursen, die nur einen Klick entfernt sind. Da ich so viele Interessen habe, mache ich auch gerne mehr als einen Kurs gleichzeitig. Wenn ich ein neues Thema angehen möchte, kann ich vorher nur schwer wissen, welches der beste Kurs für mich wäre. ich kann ganz schön viel Zeit damit verbringen, verschiedene Kurse miteinander zu vergleichen, statt mich mit dem Thema zu beschäftigen. Deswegen suche ich mir ein bis zwei Kurse aus und plane wie oben beschrieben, wann ich die einzelnen Lektionen machen werde. Dann muss ich nicht jedes Mal neu entscheiden, was heute dran ist sondern kann direkt loslegen. 

 

 

8. Gelerntes bleibt am besten haften, wenn Du darüber redest

Mein Umfeld weiß immer genau, für welches Thema ich gerade brenne. Vor einer Weile waren es meine Impro-Theater– und Yoga-Kurse, gerade ist es Kommunikationspsychologie. Vermutlich ist es in einem halben Jahr wieder etwas anderes. Aber egal mit was ich mich gerade beschäftige, ich erzähle davon und tausche mich mit anderen aus. Das ist in der aktuellen Pandemie-Situation aktuell natürlich schwierig, deswegen habe ich dafür einen virtuellen Ort gesucht, wie zum Beispiel unsere LinkedIn- oder #nmfka Gruppe.

 

 

9. Finde das Format, das zu dir passt. 

Live gestreamte Kursstunden motivieren mich selbst viel mehr, als on-demand Kurse. Wenn ich weiß, dass da am anderen Ende des Zoomcalls ein:e Trainer:in „wartet“, bin ich auf jeden Fall arm Start. Aber das gibt es leider nicht für alles – und sich für längere Zeit festlegen ist natürlich auch nicht immer so einfach, wenn man Familie und andere Sachen noch unter denselben Hut bekommen muss. Für mich passen Halbtagsevents wie unsere hallo.digital kompakt am besten. Einmal tief eingetaucht ins Thema, das Gelernte gut wegsortieren und mit einem Spaziergang verarbeiten, mit anderen austauschen 😉 und fertig.


Spaziergang Sarah Blogpost Online Kurse
Eine kleine Runde in der Natur lüftet den Kopf und hilt dabei, Gelerntes besser zu verarbeiten.

 

Es ist gut möglich, dass Du einige dieser Tipps schon einmal irgendwo gelesen hast oder sie dir auch schon öfter gedacht hast. Manchmal muss man aber Sachen mehrfach lesen, bevor man sie wirklich verinnerlicht und umsetzt. Deswegen hoffe ich, Dir den ein oder anderen Impuls für Deinen nächsten Online-Kurs gegeben zu haben. Hast Du Tricks oder Ideen, die in meiner Liste fehlen? Dann lass sie gerne in den Kommentaren da oder schau bei unserem nächsten virtuellen Feierabend vorbei und teile sie mit uns.

 

Profilbild Sarah Stock - hallo.digital GmbH
Editorial-Enthusiastin Sarah
4 comments on “9 Tipps für Deine nächsten Online-Kurse”
  1. Hallo Sarah, vielen Dank für deine tollen Impulse! Hat Spaß gemacht deinen Artikel zu lesen und den ein oder anderen Tipp werde ich direkt umsetzen! Herzliche Grüße Nicole

    • sarah.stock

      Hey Nicole, na das freut mich aber! 🙂 Berichte dann gerne einmal, wie es funktioniert hat.

  2. Sehr schöne Übersicht und gute Tipps. 🙏Und als eine derjenigen, die im Bildschirm, quasi Blindflug, ihr Bestes tun, um Kursteilnehmende zu motivierten Lernenden zu verwandeln, freue ich mich über Wache TN.

    • sarah.stock

      Dankeschön Carmen! Oh ja, darauf hoffen und zählen wir bei den Events auch. Hast Du Tipps, wie Du die Teilnehmenden zwischendurch „aufweckst“ bzw. bei der Stange hältst?

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